Januar 13th, 2012 | Tags: , ,

Die Speditionsversicherung teilt sich in die Bereiche Haftungsversicherung und Transportversicherung und kann als Oberbegriff der beiden Versicherungzweige gesehen werden die in einer Spedition vorkommen.

Haftungsversicherung

Die Haftungsversicherung sichert den Spediteur gegenüber Forderungen aus Schäden im Rahmen der Haftungshöchstgrenzen nach ADSp beziehungsweise HGB ab. Sie ist eine Pflichtversicherung für den Spediteur. Zum Abschluss einer Haftungsversicherung muss beim Versicherer eine Betriebsbeschreibung hinterlegt werden, in der alle Tätigkeiten des Spediteurs aufgeführt werden. Entsprechend der Risikobewertung legt die Versicherung nun die Prämie fest. In die Prämie ist eine Vorsorgeversicherung mit integriert, die Tätigkeiten mit abdeckt, die nicht in der Betriebsbeschreibung stehen. Diese neuen Tätigkeiten müssen der Versicherung allerdings nach spätestens einem Monat als neues Risiko angezeigt werden und nach spätestens 2 Monaten muss eine neue Prämie ausgehandelt wurden sein. Für die Haftungsversicherung besteht ein Jahresaggregat/Jahresmaximum, ein Maximalwert bis zu dem Leistungen gezahlt werden und eine Selbstbeteiligung (üblich 15%, minimal 150 €, maximal 2500 €).

Obliegenheiten des Spediteurs – Pflichten, dass die Versicherung Schadensersatz leiste:

Vor dem Schaden:
– Auswahl der Frachtführer
– technischer Zustand Fahrzeuge
– Schnittstellenkontrolle

Nach dem Schaden:
– Informieren von Versicherung, evtl. Polizei
– Minderung des Schadens
– Rechtansprüche wahren
– Reklamationspflichten beachten

Schadenquote=(Schadensersatzleistungen*100)/Prämienleistungen

Erhöht sich die Schadensquote ernorm, kann die Versicherung einen Zuschlag verlangen.

Transportversicherung

Sichert dem Kunden Schadensersatz in Höhe des Warenwertes zu falls dieser sie beim Spediteur eingedeckt hat. Bei Schäden wird dann der Teil der in den Haftungshöchstgrenzen nach ADSp bzw. HGB liegt von der Haftungsversicherung des Spediteurs getragen und die Deckungslücke (Differenz zwischen Warenwert und Höchsthaftung) wird von der Transportversicherung gedeckt. Zusatzleistungen wie der Ersatz von Güterfolgeschäden können in der Transportversicherung gegen erhöhte Prämie mit abgedeckt werden. Die Transportversicherung ist keine Pflichtversicherung, der Kunde kann sie eindecken oder nicht. Das ist dann aber im Normalfall eine entweder-oder Regelung, d.h. entweder er deckt für alle Sendungen oder für keine ein. Kunden, die keine Transportversicherung eindecken nennt man Verzichtskunden.

November 10th, 2010 | Tags: ,

Im Sammelgut- bzw. Stückgutverkehr werden kleine Sendungen, die für eine bestimmte Relation bestimmt sind zu einer Gesamtsendung zusammengestellt.

Beteiligte im Sammelgut

Urversender: Urversender sind die Kunden die dem Versandspediteur den Speditionsauftrag geben. Versandspediteur: Wird auch Erstspediteur genannt, er organisiert die Zusammenstellung der einzelnen Sendungen zu einer Sammelladung. Frachtführer: Wird vom Versandspediteur als ausführender Unternehmer für den Hauptlauf eingesetzt. Empfangsspediteur: Nimmt die Sammelladung des Versandspediteurs in Empfang und organisiert die Verteilung der Sendungen in seinem (Leit)gebiet. Empfänger: Ist der Endempfänger, für den die Ware bestimmt ist. Beilader: Er übergibt dem Versandspediteur Sendungen verschiedener Urversender, die von ihm besorgt worden sind. Da das Aufkommen nicht für eine eigene Sammelladungsrelation ausreicht, beauftragt er den Versandspediteur mit der Versendung. Briefspediteur: Ist häufig der Hausspediteur des Empfängers, der eingehende Sendungen nur von ihm annimmt. Er ist oftmals Vertragspartner des Beiladers.

Abrechnung zwischen den Beteiligten

Versender – Versandspediteur => Haus-Haus-Entgelt Versandspediteur – Frachtführer => Abrechnung nach Vereinbarung (Frachtvertrag) Versandspediteur – Empfangsspediteur => Rückrechnung Beilader – Versandspediteur => Beiladersatz

Vorteile des Sammelgutverkehrs

Für Versender:

  • Einsparung von Versandkosten im Vergleich zur Einzelbeförderung
  • Planungssicherheit durch feste Relationen
  • Verpackungskostenersparnis

Für Versandspediteur

  • Frachtkostenvorteil durch die Ladungsfracht
  • hohe Kapazitätsauslastung
  • besseres Serviceangebot

Papiere im Sammelgutverkehr

Speditionsauftrag – Beweis über den Vertragsabschluss zwischen Versender und Versandspediteur. Als Speditionsauftragsformular können auch Lieferscheine verwendet werden. Er dient zudem auch als Übernahme- bzw. Ablieferquittung, als Begleitpapier und als Abrechnungsgrundlage. Abholschein – Beweis über den Vertragsabschluss zwischen Versandspediteur und Abholunternehmer. Frachtbrief – Beweis über den Vertragsabschluss zwischen Versandspediteur und Frachtführer für den Hauptlauf. Er dient zudem auch als Übernahme- bzw. Ablieferquittung, als Begleitpapier und als Abrechnungsgrundlage. Bordero – Beweis über den Vertragsabschluss zwischen Versandspediteur und Empfangsspediteur. Es dient zur Übergabe der Sendungsdaten, zudem auch als Übernahme- bzw. Ablieferquittung, als Begleitpapier, als Inkassoanweisung und als Abrechnungsgrundlage. Rollkarte – Beweis über den Vertragsabschluss zwischen Empfangsspediteur und Zustellunternehmer. Er dient zudem auch als Übernahme- bzw. Ablieferquittung, als Begleitpapier und als Abrechnungsgrundlage.

November 9th, 2010 | Tags: , ,

CMR ist ein Übereinkommen über die Beförderung im internationalen Straßenverkehr. Dieses völkerrechtliche Übereinkommen wurde 1962 von der BRD ratifiziert und in nationale Recht übernommen. CMR ist bei grenzüberschreitenden zwingend anzuwenden, d.h. wenn der Ort der Übernahme des Gutes und der für die Auslieferung bestimmte Ort in 2 verschiedenen Ländern liegen von denen mindestens einer Vertragsstaat ist. CMR gilt dann für die gesamte Transportstrecke.

Vertragsstaaten CMR und Geltungsbereich

Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Nordirland (Vereinigtes Königreich), Iran, Irland, Island, Italien, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Marokko (ohne Westsahara), Mazedonien, Moldawien (Republik Moldau), Monaco, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tadschikistan, Tschechische Republik, Türkei, Tunesien, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn, Usbekistan

CMR gilt für jeden Vertrag über die entgeltliche Beförderung von Waren mittels Kraftfahrzeug (gewerblicher Güterkraftverkehr), auch wenn Teilstrecken per Schiff zurückgelegt werden (z.B. Fähren). In Situationen, die im CMR nicht oder nicht ausreichend geregelt sind, können HGB, BGB und gegebenenfalls ADSp ergänzend Anwendung finden.

CMR Frachtbrief, Rechte und Pflichten

Der CMR Frachtbrief funktioniert fast analog dem inländischen Frachtbrief. Die Verpflichtungen aus dem Vertrag nach CMR sind analog denen nach HGB. Der Absender ist zusätzlich verpflichtet dem Frachtführer Auskünfte zu erteilen. Zudem ist der CMR-Frachtbrief automatisch ein Sperrpapier, wenn der Absender sein Original an den Frachtführer übergibt. Die Sperrfunktion muss nicht extra eingetragen werden. Ist im CMR ein Lieferwert eingetragen, so wird die Haftungshöchstgrenze von 8,33 SZR pro kg für Güterschäden außer Kraft gesetzt.

CMR Haftung

Die Haftung nach CMR ist fast analog der HGB-Haftung. Einziger Unterschied ist die Haftung des Frachtführers bei Vermögensschäden. Hier haftet er statt der dreifachen nur mit der einfachen Fracht (Beförderungsentgelt).

November 9th, 2010 | Tags: , ,

Das Speditionsgeschäft ist gesetzlich im HGB in den Paragraphen §453-§466 geregelt. Die meisten Spediteure arbeiten allerdings nur auf Grundlage der ADSp, vor allem wegen der Beschränkung der Haftung des HGB für die Organisation von Transporten. Diese ist die Hauptaufgabe des Spediteurs, anders als der Frachtführer der die Transporte durchführt. Ein Speditionsvertrag kommt zwischen dem Versender und dem Spediteur zustande. Der Speditionsvertrag ist ein formferier Konsensualvertrag.

Pflichten des Versenders

  • die vereinbarte Vergütung zu bezahlen
  • die Ware verpacken und kennzeichnen, mehrere Packstücke die zu einer Sendung gehören sind fortlaufend zu nummerieren
  • Urkunden zu Verfügung stellen
  • falls erforderlich, Auskünfte zu erteilen
  • Bei Gefahrgut dem Spediteur, die Art der Gefahr und die zu ergreifenden Vorsichtsmaßnahmen mitzuteilen
  • Den Spediteur bei wertvollen und diebstahlgefährdeten Gütern rechtzetig informieren, damit dieser Maßnahmen zum Schutz des Gutes vorbereiten kann

Pflichten des Spediteurs

  • die Organisation des Transports
  • die Bestimmung des Beförderungsmittels und -weges
  • Auswahl der ausführenden Unternehmer
  • Abschluss der für die Versendung erforderlichen Verträge
  • Weitergabe von Informationen und Erteilung von Weisungen an ausführende Unternehmer
  • Sicherung von schadensersatzansprüchen des Versenders
  • zusätzlich können andere auf die Beförderung bezogene Leistungen im Vertrag vereinbart werden (z.B.: Versicherung, Verpackung, Kennzeichnung, Zollbehandlung
  • Schnitstellenkontrollen, beim Wechsel der Rechtsperson oder am Ende einer Beförderungsstrecke durchzuführen

Haftung nach ADSp

Es gilt für alle Schäden das Prinzip der Gefährdungshaftung.

Schäden aus der Besorgung:

Güterschäden:
Wert des gutes, maximal 5€/kg und maximal 1 Mio € pro Schadensfall und maximal 2 Mio € pro Schadensereignis

Vermögensschäden:
maximal dreifaches dessen was bei Verlust der Sendung zu ersetzen wäre und maximal 100.000 € pro Schadensfall und maximal 200.000 € pro Schadensereignis

Güterfolgeschäden werden nicht ersetzt.

Bei Schäden während des Transportes haftet der Spediteur wie ein Frachtführer nach HGB, unabhängig davon ob er den Transport selbst durchführt oder die durch einen Dienstleister tun lässt.

Vorteile und Nachteile des kombinierten Verkehrs am Beispiel Straße/Bahn

Betriebswirtschafliche Vorteile:

  • Erleichterung bei der KFZ-Steuer, Unternehmen die den kombinierten Verkehr nutzen und das anzeigen bietet der Staat Steuererleichterungen in der KFZ-Steuer
  • Vermeidung von Straßennutzungsgebühren (Maut)
  • Personaleinsparungen: eventuelle 2. Fahrer kann gespart werden. Entweder fährt der Fahrer im Zug mit, was als Ruhezeit anerkannt wird (begleiteter Verkehr) oder es wird nur für den Vor- und Nachlauf Fahrpersonal eingesetzt (unbegleiteter Verkehr). In beiden Fällen resultiert eine einfachere Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten.
  • Länger Nutzung des Fuhrparks und eventuelle Reduzierung des Fuhrparks. Daraus folgt eine bessere Nutzung der Investitionen und eine verringerte Kapitalbindung
  • Bei Vor- und Nachlauf zu Umschlagsbahnhöfen erhöht sich das zulässige Gesamtgeweicht pro LKW von 40t auf 44t
  • Verkürzung der Wartezeiten an Grenzen
  • Für Vor- und Nachlauf zu Umschlagsbahnhöfen entfallen die Straßenfahrverbote

Volkswirtschafliche Vorteile:

  • Reduzierung der Schadstoffemission
  • Energieeinsparungen
  • Entlastung des Straßenverkehrs
  • Landschaftsschutz, da bestehendes Verkehrsnetz länger ausreicht

Nachteile:

  • Genau festgelegt Abfahrtszeiten – man wird unflexibel seinen Kunden gegenüber
  • Voranmeldung bei der Kombiverkehr KG nötig
  • Verspätete Stornierungen sind kostenpflichtig
  • Umschlag nur an bestimmten Terminals
  • Kapazitätsengpässe an Umschlagsbahnhöfen
  • Nichteinhaltung des Fahrplans seitens der Bahn hat schwerwiegende Folgen

Voraussetzungen und Unterteilung für und von kombiniertem Verkehr

Kombinierter Verkehr liegt vor, wenn verschiedenartige Beförderungsmittel verwendet werden und die Güter im Transportgefäß (Container/Wechselbrücke) bleiben. Falls die Güter selbst umgeladen werden spricht man von gebrochenem Verkehr, hier bestehen für jeden Teiltransport eigene Frachtverträge. Den kombinierten Verkehr unterteilt man in multimodalen und unimodalen Verkehr. Sind nicht alle drei Vorraussetzungen für den multimodalen Verkehr erfüllt spricht man automatisch von unimodalem Verkehr.

Multimodaler Verkehr

Voraussetzungen:

  1. mindestens 2 unterschiedliche Beförderungsmittel
  2. unterschiedliche Vertragsgrundlagen
  3. durchgehender, einheitlicher Beförderungsvertrag für die Gesamtstrecke

Der MTO:
Der Multimodal Transport Operator ist der Organisator des multimodalen Transportes und erstellt einen FBL (FIATA Multimodal transport Bill of Lading) für die geasmte Strecke.
Haftung:
Bei bekanntem Schadensort haftet der MTO nach dem Recht der Teilstrecke. Ist der Schadensort unbekannt haftet der MTO nach der Grundhaftung im HGB.

November 9th, 2010 | Tags: ,

Die Modalitäten des Frachtvertrags werden im HGB geregelt. Die Bestimmungen im Handelsgesetzbuch können durch allgemeine Geschäftsbedingungen (VBGL – Straße, ALB – Bahn, IVTB – Binnenschiff, IATA-Bedingungen – Flugzeug) und Vertragsbedingungen konkretisiert werden. Die Bedingungen in den AGBs bzw. Vertägen dürfen dabei aber nicht den Gesetzen im HGB wiedersprechen.

Beteiligte und Form des Frachtvertrags

Der Frachtvertrag wird zwischen dem Absender und dem Frachtführer geschlossen, wobei der Absender der Auftraggeber(kann Unternehmen oder Spediteur sein) und der Frachtführer der Dienstleister ist. Der Frachtvertrag ist ein Konsensualvertrag, der nicht der Schriftform bedarf (Formfreiheit). Einzige Ausnahme ist die Beförderung von Gefahrgut, hier ist die Schriftform zwingend vorgeschrieben.
Der Frachtführer kann aber vom Absender die Ausstellung eines Frachtbriefes verlangen. Dieser wird in 3 Originalen ausgefertigt, eins für den Absender (Übergabequittung an den Frachtführer), eins für den Frachtführer (als Nachweis für den Auftrag) und ein Exemplar begleitet die Ware (als Übergabequittung an den Empfänger). Daher dient der Frachtbrief als Beweis für den Frachtvertrag, als Begleitpapier, als Instruktionspapier und als Übernahme- und Ablieferquittung. Falls eine Sperrfunktion eingetragen ist dient der Frachtbrief zusätzlich noch als Sperrpapier. Die Sperrfunktion bedeutet, dass wenn der Absender ein Original des Frachtbriefs an den Frachtführer übergibt, er keine nachträglichen Weisungen bzw. Verfügungen mehr aussprechen kann. Diese Funktion des Frachtbriefs wird im nationalen Güterverkehr kaum verwendet.

Pflichten des Absenders

  • Der Absender hat die Pflicht die vereinbarte Fracht zu bezahlen
  • Er muss das Gut so zu verpacken, dass bei einem Transport keine Beschädigungen oder Verluste enstehen und kennzeichen
  • Er muss die Ware bereitstellen und an den Frachtführer übergeben
  • Der Absender hat die Ver- und Entladepflicht. Die Entladepflicht geht erst bei Annahme des Gutes an den Empfänger über.
  • Er muss die beförderungssichere Verladung des Gutes gewährleisten

Pflichten des Frachtführers

  • Der Frachtführer verpflichtet sich das Gut unbeschädigt und pünktlich zum Bestimmungsort zu befördern und an den Empfänger auszuliefern
  • Er muss die betreibssichere Verladung des Gutes gewährleisten

Haftung des Absenders

Der Absender haftet verschuldensunabhängig wenn dem Frachtführer durch die Verletzung der Verpackungs-, Kenzzeichnungs- oder Inforamtionspflicht ein Schaden entsteht. Er haftet in diesen Fällen mit 8,33 SZR pro KG. Zudem hat der Frachführer bei langen Be- und Entladezeiten die Möglichkeit Standgeld geltend zu machen, wenn die vereinbarte Ladezeit nicht eingehalten wird oder die Ladezeit eine „angemessene“ Übersteigt. In beiden Fällen muss er den Absender eine einen letzte angemessene Frist zur Be- bzw. Entladung geben.

Haftung des Frachtführers

Der Frachtführer haftet nach dem Prinzip der Gefährdungshaftung für Güterschäden, Beschädigung oder Verlust des Gutes, mit 8,33 SZR pro kg und bei Vermögensschäden, rein finanzielle Schäden, maximal mit dem dreifachen der Fracht (Beförderungsentgelt). Für Güterfolgeschäden, Vermögensschäden, die aus einem Güterschaden resultieren, haftet der Frachtführer nicht.

November 9th, 2010 | Tags:

Sonderziehungsrecht ist eine künstliche Währung, die nicht gehandelt wird. Der Wechselkurs wird täglich um 12 Uhr in London festgeschrieben. Dieser wird aus einem Währungskorb aus US-Dollar, Yen, Euro und Pfund berechnet. Die Gewichtung der einzelnen Währungen richtet sich nach den jeweiligen Anteilen am Weltexport des jeweiligen Staates bzw. der jeweiligen Staatengemeinschaft. Verantwortlich für alles rund um die künstliche Währung ist der IWF – Internationaler Währungsfond.

aktueller Kurs

Hier findet man unter den einzelnen Jahreszahlen den Kurs zum Euro.

http://www.tis-gdv.de/tis/bedingungen/szr/szr.htm

November 3rd, 2010 | Tags: ,

Grundlagen der Organisation

Alle anfallenden Arbeiten müssen reibungslos erledigt werden, dafür steht ein festgelegtes System von Regeln zur Verfügung (Organisation).
Organisation regelt:

  • Welche Aufgaben wie von wem erledigt werden und wer Anweisungen geben darf.
  • Ein System von wiederkehrenden und teilbaren Aufgaben (auf Dauer angelegt)

Improvisation ist eine vorübergehende Regelung von unerwarteten/ungeplanten Einzelfällen.

Aufbauorganisation

In der Aufbauorganisation gliedert man das Unternehmen in Abteilungen und Stellen. Man unterscheidet hier die Gliederung nach dem Funktionsprinzip (nach sachlichen Gesichtspunkten – gleiche Tätigkeiten an ungleichen Objekten) und die Gliederung nach dem Objektprinzip (nach Objekten – ungleiche Tätigkeiten an gleichen Objekten).

Abteilungsbildung und Hierarchien

Wiederkehrende Aufgaben werden zu einer Abteilung zusammengefasst. Die Aufgaben werden dann von Stellen der Abteilung erledigt. Die Stelle ist die kleinste organisatorische Einheit eines Unternehmens. Das Aufgabengebiet und die Verantwortung der Stelle müssen klar abgegrenzt sein und in der Stellenbeschreibung festgehalten werden. Daraus ergeben sich einige Vorteile (klare Zuständigkeiten, eindeutige Weisungsrechte, schnellere Einarbeitungszeiten).
Hierarchie ist ein System von über- und untergeordneten Stellen, in Unternehmen wird die meist durch einen Organisationsplan (Hierarchieplan, Organigramm) dargestellt.
Vorteile einer klaren Hierarchie sind klare Stelleneinteilungen, klare Abteilungsstrukturen, und ein einsehbarer Aufbau (vor allem für den Dienstweg). Es gibt verschiedene Leitungssysteme.
Einliniensystem:
Jeder Mitarbeiter erhält nur von seinem unmittelbaren Vorgesetzten Anweisungen.
Vorteile:

  • übersichtlicher Dienstweg
  • keine Kompetenzschwierigkeiten
  • einheitliche Leitung
  • gute Kontrollmöglichkeiten

Nachteile

  • hohe Fachkompetenz nötig
  • lange Dienst- und Meldewege (schwerfällig)
  • starke Belastung der Leitung, hohe Fehlerquoten
  • Probleme mit der Spezialisierung

Stabliniensystem:
Jeder Mitarbeiter erhält nur von seinem unmittelbaren Vorgesetzten Anweisungen, den oberen Leitungsstellen werden Stabsstellen, meist Spezialisten, zugeordnet. Eine Stabsstelle kann eine einzelne Stelle oder eine Abteilung sein. Aufgabe der Stabsstelle ist eine fachkundige Beratung und die Entlastung der Führung. Stabsstellen haben keine Weisungsbefugnis.
Vorteile:

  • Entlastung der Führung
  • Das Fachwissen erhöht die Entscheidungssicherheit, Fehlerquote sinkt
  • eventuell finanzielle günstiger als sich externe Berater (Fremdfirmen) zu holen

Nachteile

  • großer Einfluss der Stabsstellen (Expertenmacht)
  • Konflikte zwischen Stab und Linie
  • hohe Personalkosten für Stabsstelle

Mehrliniensystem:
Jeder Mitarbeiter erhält Anweisungen von mehreren übergeordneten stellen.
Vorteile:

  • Entlastung der Leitung
  • kurze Weisungswege
  • Spezialisierungen im Bereich gegeben

Nachteile

  • Konflikte durch mehrere Vorgesetze
  • Absprachen zwischen den Abteilungen nötig

Spartensystem:
Aufgliederung des Unternehmens in wirtschaftlich selbstständige Unternehmensbereiche mit jeder Abteilung. Das Unternehmen wird nach Produkten bzw. Produktgruppen gegliedert. Der Spartenleiter ist verantwortlich für seine Sparte und erhält alle Kompetenzen.
Vorteile:

  • Entlastung der Unternehmensleitung
  • Erfolgskontrolle der Sparten möglich
  • hohes produktspezifisches Wissen
  • hohe Wirtschaflichkeit

Nachteile

  • Spartenleiter arbeiten nur auf eigene Ziele hin (Sparteninteressen vor Gesamtinteressen)
  • Konkurrenz zwischen den Sparten
  • Doppelaufwand – gleiche Aufgaben in den einzelnen Sparten
  • Verrechnungen von gemeinsamen Leistungsbezügen nötig (Fahrzeugnutzung)
November 2nd, 2010 | Tags: , ,

Vom im Arbeitsvertrag vereinbarten Bruttoeinkommen geht noch eine Reihe von Abgaben an den Staat ab. Zum einen die Sozialversicherungsabgaben (eine genaue Aufstellung finden sie unter folgendem Link: Liste Sozialversicherungsabgaben), zum anderen die Lohnsteuer, Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag.

Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist abhängig von der Lohnsteuerklasse (I – alleinstehend keine Kinder, II – alleinstehend mit Kind, III – verheiratet (Partner muss LSK V haben), IV – verheiratet (Partner muss LSK IV haben), V – verheiratet (Partner muss LSK III haben), VI – für Nebenjobs) und der Höhe des Bruttoeinkommens.

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag, auch Soli genannt, beträgt 5,5% von der zu entrichtenden Lohnsteuer, es werden Kinderfreibeträge berücksichtigt.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer beträgt 8% (evangelische Kirche) bzw. 9% (katholische Kirche) von der zu entrichtenden Lohnsteuer, es werden Kinderfreibeträge berücksichtigt.

Berechnung

+ Bruttoentgelt lt. Arbeitsvertrag
+ Zuschläge


=Abrechnungsgrundlage
– Lohnster
– Solidaritätszuschlag
– Kirchensteuer
– Krankenversicherung
– Pflegeversicherung
– Arbeitslosenversicherung
– Rentenversicherung


= Nettoentgelt
– vermögenswirksame Leistungen


= Auszahlungsbetrag

November 2nd, 2010 | Tags: ,

Die rechtliche Grundlage für die Sozialversicherungen ist das Sozialgesetzbuch (SGB). Es soll die soziale Gerechtigkeit und Sicherheit verwirklichen, der freien Entfaltung des Einzelnen dienen und ein Menschenwürdigens Dasein sichern. Die Sozialversicherungen sind einkommensabhängige (Bruttoentgelt als Berechnungsgrundlage) Pflichtversicherung für alle Arbeitnehmer, bei der jeder die gleichen Leistungen erhält (Solidaritätsprinzip). Das Subsidiaritätsprinzip verpflichtet den Bürger allerdings sich erst selbst zu helfen bevor der Staat einspringt. Aus diesen Grundprinzipien ergibt sich der Generationenvertrag, nach dem die nachfolgende Generation für die vorherige sorgt. Zu den Säulen der Sozialversicherung gehören die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, die Rentenversicherung, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung.

Unfallversicherung

  • Träger: Berufsgenossenschaft
  • Die Beitragshöhe richtet sich nach der Gefahrenklasse des Berufs, der gesamten Bruttolohnsumme des Unternehmens, zudem steigt die Beitragshöhe mit der Unfallzahl im Unternehmen.
  • wird ausschließlich durch den Arbeitgeber finanziert
  • Versichert werden Arbeits- und Wegeunfälle
  • Versicherungsleistungen sind Krankenhilfe, Berufshilfe, Rente und Hinterbliebenenrente

Krankenversicherung

  • Träger: Krankenkassen
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer mit einem Bruttoeeinkommen von 4050,00 €, Mehrverdiener können sich alternativ privat versichern müssen das allerdings nicht. Die Beitragsbemessungsgrenze (Mehrverdiener werden mit 3675,00 € veranlagt) liegt bei 3675,00 €
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Der Beitragssatz: 15,5%
  • Leistungen: Arzt- und Krankenhauskosten, Krankengeld nach 6 Wochen (70% vom Bruttolohn), Mutterschaftshilfe, Vorsorgeuntersuchungen

Pflegeversicherung

  • Träger: Pflegekassen, die den Krankenkassen zugeordnet sind
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt, außer in Sachsen dort wurde die Verteilung aufgrund des zusätzlichen Feiertags (Buß- und Bettag) auf 75% Arbeitnehmer/25%Arbeitgeber geändert. Der Beitragssatz: 1,95%, Kinderlose zahlen 0,25% mehr
  • Leistungen: stationäre und häusliche Pflege abhängig von der Pflegestufe, Pflegehilfsmittel, Rente für Pfleger

Rentenversicherung

  • Träger: deutsche Rentenversicherung
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer. Die Beitragsbemessungsgrenze (Mehrverdiener damit veranlagt) liegt bei 5400,00 € in den alten und 4550,00 € in den neuen Bundesländern
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Der Beitragssatz: 19,9%
  • Leistungen: Rentenzahlungen, Witwen- und Waisenrente, Rehabilitationen

Arbeitslosenversicherung

  • Träger: Bundesagentur für Arbeit
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer. Die Beitragsbemessungsgrenze (Mehrverdiener damit veranlagt) liegt bei 5400,00 € in den alten und 4550,00 € in den neuen Bundesländern
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Der Beitragssatz: 2,8%
  • Leistungen: Arbeitslosengeld I und II, Kurzarbeitergeld, Umschulungen, Berufsberatung und Beihilfen, BAB