Die soziale Sicherung – Sozialversicherung nach dem SGB

November 2nd, 2010 | Tags: ,

Die rechtliche Grundlage für die Sozialversicherungen ist das Sozialgesetzbuch (SGB). Es soll die soziale Gerechtigkeit und Sicherheit verwirklichen, der freien Entfaltung des Einzelnen dienen und ein Menschenwürdigens Dasein sichern. Die Sozialversicherungen sind einkommensabhängige (Bruttoentgelt als Berechnungsgrundlage) Pflichtversicherung für alle Arbeitnehmer, bei der jeder die gleichen Leistungen erhält (Solidaritätsprinzip). Das Subsidiaritätsprinzip verpflichtet den Bürger allerdings sich erst selbst zu helfen bevor der Staat einspringt. Aus diesen Grundprinzipien ergibt sich der Generationenvertrag, nach dem die nachfolgende Generation für die vorherige sorgt. Zu den Säulen der Sozialversicherung gehören die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, die Rentenversicherung, die Unfallversicherung und die Arbeitslosenversicherung.

Unfallversicherung

  • Träger: Berufsgenossenschaft
  • Die Beitragshöhe richtet sich nach der Gefahrenklasse des Berufs, der gesamten Bruttolohnsumme des Unternehmens, zudem steigt die Beitragshöhe mit der Unfallzahl im Unternehmen.
  • wird ausschließlich durch den Arbeitgeber finanziert
  • Versichert werden Arbeits- und Wegeunfälle
  • Versicherungsleistungen sind Krankenhilfe, Berufshilfe, Rente und Hinterbliebenenrente

Krankenversicherung

  • Träger: Krankenkassen
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer mit einem Bruttoeeinkommen von 4050,00 €, Mehrverdiener können sich alternativ privat versichern müssen das allerdings nicht. Die Beitragsbemessungsgrenze (Mehrverdiener werden mit 3675,00 € veranlagt) liegt bei 3675,00 €
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Der Beitragssatz: 15,5%
  • Leistungen: Arzt- und Krankenhauskosten, Krankengeld nach 6 Wochen (70% vom Bruttolohn), Mutterschaftshilfe, Vorsorgeuntersuchungen

Pflegeversicherung

  • Träger: Pflegekassen, die den Krankenkassen zugeordnet sind
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt, außer in Sachsen dort wurde die Verteilung aufgrund des zusätzlichen Feiertags (Buß- und Bettag) auf 75% Arbeitnehmer/25%Arbeitgeber geändert. Der Beitragssatz: 1,95%, Kinderlose zahlen 0,25% mehr
  • Leistungen: stationäre und häusliche Pflege abhängig von der Pflegestufe, Pflegehilfsmittel, Rente für Pfleger

Rentenversicherung

  • Träger: deutsche Rentenversicherung
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer. Die Beitragsbemessungsgrenze (Mehrverdiener damit veranlagt) liegt bei 5400,00 € in den alten und 4550,00 € in den neuen Bundesländern
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Der Beitragssatz: 19,9%
  • Leistungen: Rentenzahlungen, Witwen- und Waisenrente, Rehabilitationen

Arbeitslosenversicherung

  • Träger: Bundesagentur für Arbeit
  • Versicherungpflichtig sind alle Arbeitnehmer. Die Beitragsbemessungsgrenze (Mehrverdiener damit veranlagt) liegt bei 5400,00 € in den alten und 4550,00 € in den neuen Bundesländern
  • Die Beiträge werden jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Der Beitragssatz: 2,8%
  • Leistungen: Arbeitslosengeld I und II, Kurzarbeitergeld, Umschulungen, Berufsberatung und Beihilfen, BAB