Organisationsstrukturen – Organigramme

November 3rd, 2010 | Tags: ,

Grundlagen der Organisation

Alle anfallenden Arbeiten müssen reibungslos erledigt werden, dafür steht ein festgelegtes System von Regeln zur Verfügung (Organisation).
Organisation regelt:

  • Welche Aufgaben wie von wem erledigt werden und wer Anweisungen geben darf.
  • Ein System von wiederkehrenden und teilbaren Aufgaben (auf Dauer angelegt)

Improvisation ist eine vorübergehende Regelung von unerwarteten/ungeplanten Einzelfällen.

Aufbauorganisation

In der Aufbauorganisation gliedert man das Unternehmen in Abteilungen und Stellen. Man unterscheidet hier die Gliederung nach dem Funktionsprinzip (nach sachlichen Gesichtspunkten – gleiche Tätigkeiten an ungleichen Objekten) und die Gliederung nach dem Objektprinzip (nach Objekten – ungleiche Tätigkeiten an gleichen Objekten).

Abteilungsbildung und Hierarchien

Wiederkehrende Aufgaben werden zu einer Abteilung zusammengefasst. Die Aufgaben werden dann von Stellen der Abteilung erledigt. Die Stelle ist die kleinste organisatorische Einheit eines Unternehmens. Das Aufgabengebiet und die Verantwortung der Stelle müssen klar abgegrenzt sein und in der Stellenbeschreibung festgehalten werden. Daraus ergeben sich einige Vorteile (klare Zuständigkeiten, eindeutige Weisungsrechte, schnellere Einarbeitungszeiten).
Hierarchie ist ein System von über- und untergeordneten Stellen, in Unternehmen wird die meist durch einen Organisationsplan (Hierarchieplan, Organigramm) dargestellt.
Vorteile einer klaren Hierarchie sind klare Stelleneinteilungen, klare Abteilungsstrukturen, und ein einsehbarer Aufbau (vor allem für den Dienstweg). Es gibt verschiedene Leitungssysteme.
Einliniensystem:
Jeder Mitarbeiter erhält nur von seinem unmittelbaren Vorgesetzten Anweisungen.
Vorteile:

  • übersichtlicher Dienstweg
  • keine Kompetenzschwierigkeiten
  • einheitliche Leitung
  • gute Kontrollmöglichkeiten

Nachteile

  • hohe Fachkompetenz nötig
  • lange Dienst- und Meldewege (schwerfällig)
  • starke Belastung der Leitung, hohe Fehlerquoten
  • Probleme mit der Spezialisierung

Stabliniensystem:
Jeder Mitarbeiter erhält nur von seinem unmittelbaren Vorgesetzten Anweisungen, den oberen Leitungsstellen werden Stabsstellen, meist Spezialisten, zugeordnet. Eine Stabsstelle kann eine einzelne Stelle oder eine Abteilung sein. Aufgabe der Stabsstelle ist eine fachkundige Beratung und die Entlastung der Führung. Stabsstellen haben keine Weisungsbefugnis.
Vorteile:

  • Entlastung der Führung
  • Das Fachwissen erhöht die Entscheidungssicherheit, Fehlerquote sinkt
  • eventuell finanzielle günstiger als sich externe Berater (Fremdfirmen) zu holen

Nachteile

  • großer Einfluss der Stabsstellen (Expertenmacht)
  • Konflikte zwischen Stab und Linie
  • hohe Personalkosten für Stabsstelle

Mehrliniensystem:
Jeder Mitarbeiter erhält Anweisungen von mehreren übergeordneten stellen.
Vorteile:

  • Entlastung der Leitung
  • kurze Weisungswege
  • Spezialisierungen im Bereich gegeben

Nachteile

  • Konflikte durch mehrere Vorgesetze
  • Absprachen zwischen den Abteilungen nötig

Spartensystem:
Aufgliederung des Unternehmens in wirtschaftlich selbstständige Unternehmensbereiche mit jeder Abteilung. Das Unternehmen wird nach Produkten bzw. Produktgruppen gegliedert. Der Spartenleiter ist verantwortlich für seine Sparte und erhält alle Kompetenzen.
Vorteile:

  • Entlastung der Unternehmensleitung
  • Erfolgskontrolle der Sparten möglich
  • hohes produktspezifisches Wissen
  • hohe Wirtschaflichkeit

Nachteile

  • Spartenleiter arbeiten nur auf eigene Ziele hin (Sparteninteressen vor Gesamtinteressen)
  • Konkurrenz zwischen den Sparten
  • Doppelaufwand – gleiche Aufgaben in den einzelnen Sparten
  • Verrechnungen von gemeinsamen Leistungsbezügen nötig (Fahrzeugnutzung)
Keine Kommentare