Der Sozialplan ist ein Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern unter Berücksichtigung von Familienstand, Betriebszugehörigkeit und Alter. Im Sozialplan werden unter anderem Abfindungen, Vorruhestand, Kündigungsstopps und Einstellungssperren abgefasst.

Ablauf der Erarbeitung eines Sozialplans

  1. Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeber und den Arbeitnehmervertretern (Betriebsrat)
  2. Bei einer Einigung wird der Sozialplan als Betriebsvereinbarung festgeschrieben. Falls es zu keiner Einigung kommt bitten beide Parteien bei der Bundesagentur für Arbeit um Vermittlung.
  3. Führt die Vermittlung der Agentur für Arbeit zu einer Einigung wird der Sozialplan als Betriebsvereinbarung festgeschrieben, ansonsten wird die Einigungsstelle eingeschaltet.
  4. Die Entscheidung der Einigungsstelle ist zwingend bindend und wird als Betriebsvereinbarung festgeschrieben.
  5. Der Sozialplan bedarf der Schriftform und muss von beiden Parteien unterschrieben werden.
November 2nd, 2010 | Tags: , ,

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung ist im § 60f. Betriebsverfassungsgesetz geregelt. Eine JAV kann in Betrieben errichtet werden in denen mindesten fünf Arbeitnehmer unter 18 oder Auszubildende unter 25 beschäftigt sind. Aktives Wahlrecht haben alle Arbeitnehmer unter 18 und Auszubildende unter 25. Zur Wahl stehen alle Arbeitnehmer unter 25, die nicht Mitglied im Betriebsrat sind. Die JAV wird aller 2 Jahre im Zeitraum zwischen dem 01.03. und dem 31.05. für die kommenden 2 Jahre gewählt. Die JAV ist zuständig für die Belange von Auszubildenden und Jugendlichen. Vor und nach jeder Betriebsratssitzung kann eine Jugend- und Auszubildendenversammlung einberufen werden. Zu jeder Betriebsratssitzung kann ein Vertreter der JAV entsandt werden. Werden Fragen nach §60.1 (In Betrieben mit in der Regel mindestens fünf Arbeitnehmern, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (jugendliche Arbeitnehmer) oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, werden Jugend- und Auszubildendenvertretungen gewählt.) geklärt nimmt die komplette JAV teil.

November 2nd, 2010 | Tags: ,

Der Betriebsrat ist nach dem Betriebsverfassungsgesetz das Instrument der betrieblichen Mitbestimmung der Arbeitnehmer.

Einrichtung des Betriebsrats

Ein Betriebsrat kann in Unternehmen eingerichtet werden in dem mindestens 5 AN ständig wahlberechtigt und 3 davon wählbar sind. Mindestalter für das aktive Wahlrecht (wählen) ist 18. Voraussetzung für das passive Wahlrecht (gewählt werden) ist die Vollendung des 18. Lebensjahres, 6 Monate Betriebszugehörigkeit und der Besitz der Bürgerlichen Ehrenrechte. Die Zahl der Betriebsratsmitglieder richtet sich nach der Anzahl der wahlberechtigten Mitarbeiter (aktives Wahlrecht). Genaue Werte findet man im § 9 Betriebsverfassungsgesetz:

  • 5 bis 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern aus einer Person
  • 21 bis 50 wahlberechtigten Arbeitnehmern aus 3 Mitgliedern
  • 51 wahlberechtigten Arbeitnehmern
  • bis 100 Arbeitnehmern aus 5 Mitgliedern
  • 101 bis 200 Arbeitnehmern aus 7 Mitgliedern
  • 201 bis 400 Arbeitnehmern aus 9 Mitgliedern
  • 401 bis 700 Arbeitnehmern aus 11 Mitgliedern
  • 701 bis 1.000 Arbeitnehmern aus 13 Mitgliedern
  • 1.001 bis 1.500 Arbeitnehmern aus 15 Mitgliedern
  • 1.501 bis 2.000 Arbeitnehmern aus 17 Mitgliedern
  • 2.001 bis 2.500 Arbeitnehmern aus 19 Mitgliedern
  • 2.501 bis 3.000 Arbeitnehmern aus 21 Mitgliedern
  • 3.001 bis 3.500 Arbeitnehmern aus 23 Mitgliedern
  • 3.501 bis 4.000 Arbeitnehmern aus 25 Mitgliedern
  • 4.001 bis 4.500 Arbeitnehmern aus 27 Mitgliedern
  • 4.501 bis 5.000 Arbeitnehmern aus 29 Mitgliedern
  • 5.001 bis 6.000 Arbeitnehmern aus 31 Mitgliedern
  • 6.001 bis 7.000 Arbeitnehmern aus 33 Mitgliedern
  • 7.001 bis 9.000 Arbeitnehmern aus 35 Mitgliedern
  • In Betrieben mit mehr als 9.000 Arbeitnehmern erhöht sich die Zahl der Mitglieder des Betriebsrats für je angefangene weitere 3.000 Arbeitnehmer um 2 Mitglieder

Der Betriebsrat muss sich aus allen Organisationsbereichen/Beschäftigungsarten des Unternehmens zusammensetzen, verhältnismäßig zu der Anzahl der Mitarbeiter in den einzelnen Bereichen. Die Verteilung der Geschlechter muss verhältnismäßig äquivalent zu der Verteilung der Mitarbeiter im Betrieb sein. Es muss allerdings bei einer Betriebsratsgröße von mehr als 3 Mitgliedern mindestens ein Mitglied aus der Minderheit kommen.
Der Betriebsrat wird aller 4 Jahre im Zeitraum zwischen dem 01.03. und dem 31.05. in einer unmittelbaren, geheimen Verhältniswahl für die kommenden 4 Jahre gewählt. Die Wahl darf nicht behindert werden, gleiches gilt für die Wähler und Wählbaren. Zudem dürfen Wähler und Wählbare nicht beeinflusst werden oder ihnen Vor- bzw. Nachteile angeboten bzw. angedroht werden. Die Kosten für die Wahl trägt der Arbeitgeber. Der Betriebsrat wählt dann aus seiner Mitte einen Vorsitzenden (Betriebsratsvorsitzenden) und seinen Stellvertreter.

Arbeit, Pflichten und Aufgaben des Betriebsrats

Sitzungen des Betriebsrats finden während der Arbeitszeit unter Rücksichtnahme auf betriebliche Notwendigkeiten statt. Der Arbeitgeber muss vor einer Sitzung über diese informiert werden. Er muss dafür Räumlichkeiten, sachliche Mittel, Büropersonal, Informations- und Kommunikationstechnik zur Verfügung stellen. Die Sitzungen des Betriebsrats sind nicht öffentlich, der Arbeitgeber hat keinen Anspruch darauf an diesen teilzunehmen. Die Arbeit des Betriebsrates hat ehrenamtlichen Charakter, neben den Sitzungen können die Mitglieder des Betriebsrats auch Sprechstunden anbieten. Auch diese zählen als Arbeitszeit die der Arbeitgeber nicht nacharbeiten lassen darf. Zudem trägt der Arbeitgeber alle anfallenden Kosten des Betriebsrats. Zu den allgemeinen Aufgaben des Betriebsrats gehören z.B. die Überwachung der Einhaltung geltender Gesetze und das Beantragen von Maßnahmen die dem Betrieb und der Belegschaft dienen. Alle Beschlüsse des Betriebsrats müssen mit einer einfachen Mehrheit verabschiedet werden. Alle Mitglieder des Betriebsrates haben einen besonderen Kündigungsschutz während ihrer Amtszeit und im darauf folgenden Jahr.

Rechte des Betriebsrats

Informationsrecht / Beratungsrecht

  • von Neu-, Um- und Erweiterungsbauten von Fabrikations-, Verwaltungs- und sonstigen betrieblichen Räumen
  • von technischen Anlagen
  • von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen oder
  • der Arbeitsplätze

Mitwirkungsrecht / Mitbestimmungsrecht

  • Fragen der Ordnung des Betriebs und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb
  • Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen sowie Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage
  • vorübergehende Verkürzung oder Verlängerung der betriebsüblichen Arbeitszeit
  • Zeit, Ort und Art der Auszahlung der Arbeitsentgelte
  • Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplans sowie die Festsetzung der zeitlichen Lage des Urlaubs für einzelne Arbeitnehmer, wenn zwischen dem Arbeitgeber und den beteiligten Arbeitnehmern kein Einverständnis erzielt wird
  • Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen
  • Regelungen über die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie über den Gesundheitsschutz im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften oder der Unfallverhütungsvorschriften
  • Form, Ausgestaltung und Verwaltung von Sozialeinrichtungen, deren Wirkungsbereich auf den Betrieb, das Unternehmen oder den Konzern beschränkt ist
  • Zuweisung und Kündigung von Wohnräumen, die den Arbeitnehmern mit Rücksicht auf das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses vermietet werden, sowie die allgemeine Festlegung der Nutzungsbedingungen
  • Fragen der betrieblichen Lohngestaltung, insbesondere die Aufstellung von Entlohnungsgrundsätzen und die Einführung und Anwendung von neuen Entlohnungsmethoden sowie deren Änderung
  • Festsetzung der Akkord- und Prämiensätze und vergleichbarer leistungsbezogener Entgelte, einschließlich der Geldfaktoren
  • Grundsätze über das betriebliche Vorschlagswesen
  • Grundsätze über die Durchführung von Gruppenarbeit; Gruppenarbeit im Sinne dieser Vorschrift liegt vor, wenn im Rahmen des betrieblichen Arbeitsablaufs eine Gruppe von Arbeitnehmern eine ihr übertragene Gesamtaufgabe im Wesentlichen eigenverantwortlich erledigt
November 2nd, 2010 | Tags: ,

Ein Streik ist nur mit gewerkschaftlicher Authorisation möglich. Fehlt diese ist es ein wilder Streik und ist mit Arbeitsverweigerung gleichzusetzen und damit ein Kündigungsgrund.

Streikarten

– Generalstreik: eine gesamte Branche streikt
– Schwerpunktstreik: nur zentrale Betriebe werden bestreikt, setzt auf eine Kettenreaktion, dass andere Betriebe auch nicht arbeiten können
– Sympathiestreik: mitstreiken mit einer anderen Branche, die sich derzeit im Streik befindet
– Warnstreik: Streik während der Laufzeit eines Tarifvertrags, ist geduldet muss aber vorher angezeigt werden und ist zeitlich begrenzt

Streikablauf – Der Weg zu einem neuen Tarifvertrag

  1. Tarifvertrag ist ausgelaufen
  2. Verhandlungen Arbeitgeber/Arbeitnehmer
  3. Können sich die beiden Parteien einigen kommt ein neuer Tarifvertrag zustande. Gibt es keine Einigung wird ein Streik angekündigt.
  4. Es kommt zur Urabstimmung, wenn mindestens 75% für einen Streik sind wird dieser durchgeführt, ansonsten gibt es erneute Verhandlungen zwischen AG/AN (2)
  5. Streik wird durchgeführt
  6. Neue Verhandlungen zwischen AG/AN mit einem Schlichter
  7. Sind die Verhandlungen erfolgreich kommt ein neuer Tarifvertrag zustande, ansonsten schlägt der Schlichter einen Kompromiss vor
  8. Der Kompromiss wird zur Diskussion gestellt und muss bei der folgenden Abstimmung mit mindestens 25% angenommen werden
  9. Wird der Kompromiss angenommen, entsteht daraus ein neuer Tarifvertrag, ansonsten wird erneut gestreikt.

Folgen des Streik für den Arbeitnehmer

  • keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber
  • Gewerkschaft zahlt Streikgeld – tägliche Auszahlung gegen Streiknachweis
  • Agentur für Arbeit zahlt Sozialversicherungsleistungen

Folgen des Streik für den Arbeitgeber

  • Muss Löhne der Streikenden nicht zahlen
  • Kann streikende Arbeitnehmer aussperren: Angriffsaussperrung – vor dem Streik, Abwehraussperrung – als Reaktion auf den Streik
November 2nd, 2010 | Tags: , ,

Grundlage des Tarifrechts ist die Koalitionsfreiheit als Teil der Versammlungsfreiheit, die im Grundgesetz verankert ist.
Die beteiligten Parteien sind zum einen die Arbeitgeberverbände (z.B. DIHT – deutscher Industrie- und Handelstag) und zum anderen die Arbeitnehmerverbände (Gewerkschaften wie Verdi, IG Metall oder andere).
Ziel ist die Aushandlung eines Tarifvertrags

Grundsätze des Tarifvertrags

– Tarifgebundenheit: der Tarifvertrag ist zwingend anzuwenden
– Mindestbedingungen: der Arbeitnehmer kann immer besser gestellt werden, aber nie schlechter als im Tarifvertrag vereinbart
– Allgemeinverbindlichkeit: Der Tarifvertrag gilt für alle
– Friedenspflicht: während der Laufzeit eines Tarifvertrags darf nicht gestreikt werden
– der Tarifvertrag muss schriftlich abgefasst werden

Tarifvertragsarten

– Manteltarifvertrag: enthält allgemeine Regelungen außer Lohn und Gehalt, die Laufzeit ist für gewöhnlich mindestens 4 Jahre
– Lohn- und Gehaltstarifvertrag: enthält Regelungen zu Lohn und Gehalt, die Laufzeit ist in der Regel 1-2 Jahre

November 2nd, 2010 | Tags: ,

Geltungsbereich §1

Das JArbSchG gilt für die Beschäftigung von Personen, die noch nicht 18 Jahre alt sind. Es gilt für die Berufsausbildung, als Arbeitnehmer oder Heimarbeiter, für sonstige Dienstleistungen, die der Arbeitsleistung von Arbeitnehmern oder Heimarbeitern ähnlich sind und in einem der Berufsausbildung ähnlichen Ausbildungsverhältnis.

Arbeitszeit §8, §15

Jugendliche dürfen maximal 8h pro Tag, maximal 40h pro Woche und maximal 5 Tage pro Woche arbeiten. Die 2 freien Tage (Ruhetage) sollten zusammenhängend sein. Wenn eine Woche verkürzt gearbeitet wurde kann die tägliche Arbeitszeit auf 8,5 Stunden angehoben werden.

Ruhepausen §11 – §13

Jugendlichen müssen im voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden.
Die Ruhepausen müssen mindestens betragen:

  1. 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden
  2. 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden.

Ruhepausen müssen mindestens 15 Minuten lang sein, frühestens 1 h nach Arbeitsanfang und spätest 1h vor Arbeitsende beginnen. Die erste Pause muss spätestens nach 4,5 h gemacht werden.
Der Aufenthalt während der Ruhepausen in Arbeitsräumen darf den Jugendlichen nur gestattet werden, wenn die Arbeit in diesen Räumen während dieser Zeit eingestellt ist und auch sonst die notwendige Erholung nicht beeinträchtigt wird

Urlaub §19

Der gesetzliche Urlaubsanspruch von Jugendlichen richtet sich nach ihrem Alter zu Beginn des Kalenderjahres:

  • jünger als 16 J. – 30 Werk- bzw. 25 Arbeitstage
  • jünger als 17 J. – 27 Werk- bzw. 23 Arbeitstage
  • jünger als 18 J. – 25 Werk- bzw. 21 Arbeitstage

Berufsschule §9

Der Arbeitgeber hat den Jugendlichen für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen.
– falls der Unterricht vor 9 Uhr beginnt, darf er den Auzubildenden nicht vorher beschäftigen, das gilt auch für über 18-jährige Azubis
– an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, ist der Jugendliche für den ganzen Tag freizustellen
– in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen; zusätzliche betriebliche Ausbildungsveranstaltungen bis zu zwei Stunden wöchentlich sind zulässig

Beschäftigungsverbote und -beschränkungen §22, §23

  1. mit Arbeiten, die ihre physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen
  2. mit Arbeiten, bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind
  3. mit Arbeiten, die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, daß Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewußtseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können
  4. mit Arbeiten, bei denen ihre Gesundheit durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet wird
  5. mit Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Lärm, Erschütterungen oder Strahlen ausgesetzt sind
  6. mit Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne des Chemikaliengesetzes ausgesetzt sind
  7. mit Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von biologischen Arbeitsstoffen im Sinne der Richtlinie 90/679/EWG des Rates vom 26. November 1990 zum Schutze der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Arbeit ausgesetzt sind
  8. mit Akkordarbeit und sonstigen Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt erzielt werden kann
  9. in einer Arbeitsgruppe mit erwachsenen Arbeitnehmern, die mit Arbeiten nach Nummer 8 beschäftigt werden
  10. mit Arbeiten, bei denen ihr Arbeitstempo nicht nur gelegentlich vorgeschrieben, vorgegeben oder auf andere Weise erzwungen wird

Für die Punkte 3-10 können in einer Berufsausbildung Ausnahmen gemacht werden, falls diese zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich sind und der Schutz der Jugendlichen durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist.

ärztliche Untersuchungen §32, §33

Ein Jugendlicher, der in das Berufsleben eintritt, darf nur beschäftigt werden, wenn er innerhalb der letzten vierzehn Monate von einem Arzt untersucht worden ist (Erstuntersuchung) und dem Arbeitgeber eine von diesem Arzt ausgestellte Bescheinigung vorliegt. 1 Jahr nach Arbeitsantritt muss eine Folgeuntersuchung gemacht werden. Diese Bescheinigung ist dem Arbeitgeber ebenfalls vorzulegen.

November 1st, 2010 | Tags: ,

Voraussetzungen für eine Ausbildung:

Das Unternehmen:
– es muss eine angemessene Anzahl von Mitarbeitern im Unternehmen angestellt sein
– Art und Umfang der Einrichtung muss dem Ausbildungszweck entsprechen

Der Ausbilder:
– fachliche Eignung: Der Ausbilder muss einen Ausbilderschein haben.
– persönliche Eignung: Dem Ausbilder dürfen keine Verstöße gegen das BBiG nachgewiesen worden sein und ihm darf kein Beschäftigungsverbot für Kinder und Jugendliche auferlegt worden sein.

Rechte des Auszubildenden = Pflichten des Ausbildenden

– Zahlung der Ausbildungsvergütung: Diese muss dem Alter und der Vorbildung des Auszubildenden angemessen sein, mindestens jährlich steigen und spätestens am letzten Arbeitstag des Monats an den Auszubildenden gezahlt werden (BBiG §17 und §18).
– Dem Auszubildenden sind alle nötigen Arbeitsmittel durch den Ausbildenden zur Verfügung zu stellen
– Dem Auszubildenden sind alle nötigen berufsspezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten durch den Ausbildenden zu vermitteln
– Der Auszubildende hat Recht auf den im Ausbildungsvertrag vereinbarten Urlaub
– Der Auszubildende hat Recht auf eine Probezeit von mindestens einem, maximal 4 Monaten
– Der Ausbildenden hat die Pflicht den Auszubildenden für die Berufsschule frei zu stellen
– Der Ausbildenden hat die Pflicht den Auszubildenden für die Zwischen- und Abschlussprüfungen frei zu stellen
– Der Ausbildenden hat die Pflicht dem Auszubildenden nach seiner Ausbildung unaufgefordert ein einfaches Arbeitszeugnis auszustellen, auf Verlangen des Auszubildenden muss er diesem ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellen, das eine Beurteilung seiner Leistung enthält.
– Der Ausbildenden hat die Pflicht das Ausbildungsnachweisheft des Auszubildenden zu kontrollieren und zu unterschreiben.

Pflichten des Auszubildenden

– Sorgfaltspflicht: Der Auszubildende ist verpflichtet seine Aufgaben sorgfältig zu erledigen und mit dem ihm zur Verfügung gestellten Arbeitsmitteln sorgfältig umzugehen.
– Lernpflicht: Der Auszubildende ist verpflichtet die ihm Vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten aufzunehmen und anzuwenden
– Schulpflicht: Der Auszubildende ist verpflichtet am Berufsschulunterricht teilzunehmen.

November 1st, 2010 | Tags: , ,

In Deutschland findet bei der Berufsausbildung das duale System Anwendung, in dem sich die Ausbildung in 2 Teile gliedert. Der praktische Teil wird in einem Unternehmen, dem Ausbildungsbetrieb, vermittelt und der theoretische Teil in der Berufsschule.

Der Ausbildungsbetrieb:

– wird auch Ausbildender genannt und übernimmt den praktischen Teil der Ausbildung
– der Ausbilder ist die Person, die dem Auszubildenden in der Berufsausbildung die Fähigkeiten vermitteln soll
– in der Ausbildungsordnung stehen unter Anderem die Ziele der Ausbildung, die Dauer, die staatliche Anerkennung und die Prüfungsmodalitäten
– im Ausbildungsrahmenplan findet man die zeitliche und sachliche Gliederung der Ausbildung
– der betriebliche Ausbildungsplan leitet sich aus dem Ausbildungsrahmenplan ab und gliedert die Ausbildung des Azubis sowohl zeitlich als auch sachlich angepasst ans Unternehmen. Der betriebliche Ausbildungsplan wird bei der IHK geprüft und hinterlegt.

Die Berufsschule:

– die Berufsschule übernimmt den theoretischen Teil der Ausbildung
– die Lehrer schulen die Auszubildenden nach einem Lehrplan, der pro Bundesland einheitlich ist und von einem bundesweit einheitlichen Lehrplan abgeleitet wird.

Der Ausbildungsvertrag:

Der Ausbildungsvertrag ist ein Konsensualvertrag und bedarf daher der Willenserklärung beider Parteien. Zudem ist die Schriftform zwingend vorgeschrieben und daher auch die Unterschrift beider Beteiligten. Bei Auszubildenden unter 18 ist zudem noch die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters nötig. Die unterzeichnete Schriftform des Ausbildungsvertrages muss spätestens zum Beginn der Ausbildung vorliegen. Der Ausbildungsvertrag muss von der IHK geprüft werden und muss mindestens folgende neun Punkte enthalten:

  1. Dauer und Beginn des Ausbildungsverhältnisses
  2. regelmäßige tägliche Arbeitszeit
  3. Probezeit
  4. Urlaub
  5. Vergütung
  6. Kündigungsfristen und Kündigungsmodalitäten
  7. weiterführende Ausbildungseinrichtungen / Ausbildungsstätten
  8. Ausbildungsberuf / Ausbildungsstätte
  9. Wenn es einen Tarifvertrag gibt muss ein Hinweis auf diesen im Ausbildungsvertrag stehen

Selbstverständlich kann der Ausbildungsvertrag auch mehr Punkte als die 9 oben genannten enthalten.

September 19th, 2010 | Tags:

Zieleinteilungen

Ziele in der Logistik und Unternehmensziele können nach verschiedenen Merkmalen eingeordnet werden.

Nach dem Merkmal Zeit kann man die Ziele in langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele einteilen. Genau festgelegte Dauern gibt es für diese Unterteilung nicht. Typischerweise sind kurzfristige Ziele binnen weniger Monate erreichbar, mittelfristige Ziele sind binnen eines Jahres zu erfüllen und langfristige Ziele erreichen Unternehmen meist erst nach mehreren Jahren.

Inhaltlich kann man Unternehmensziele in quantitative (z.B. Kostensenkung in bestimmten Bereichen) und qualitative (z.B. Verbesserung der Kundenzufriedenheit) Ziele einordnen.

Durch das Merkmal Bereich unterteilt man wie weitreichend das Ziel unternehmensintern ist. Man unterscheidet hier Unternehmensziele, Abteilungsziele und Einzalziele.

Zielformulierung und Zielinhalt

Bei der Formulierung des Zielinhaltes sollten folgende Punkte beachtet werden:

Zielinhalt: Was soll erreicht werden?
Zielausmaß: Wie viel ist zu leisten?
Zielzeit: Wann soll das Ergebnis erzielt sein?

Bei der Art der Formulierung sollte zudem auf die SMART-Formel geachtet werden:
(s)peziell / (s)pezifisch
(m)essbar
(a)ktuell
(r)ealistisch
(t)erminiert

Zielbeziehungen

Im Normalfall verfolgt ein Unternehmen mehrere Ziele gleichzeitig, Alle diese Ziele stehen in einer der drei folgenden Beziehungen zueinander. In manchen Fällen fällt die Einordnung der Beziehung zweier Ziele auf Grund der vielen Randfaktoren sehr schwer.

Zielharmonie (komplementäre Ziele): in dem man ein Ziel verfolgt nähert man sich dem anderen Ziel an.
Zielkonflikt (konkurrierende Ziele): in dem man ein Ziel verfolgt entfernt man sich von dem anderen Ziel.
Zielneutralität (indifferente Ziele): Die Verfolgung eines Ziels hat keinen Einfluss auf ein anderes Ziel.

Umsetzung logistischer Ziele durch Supply Chain Management

Supply Chain Management ist als eine aufgabenorientierte Kooperation der Logistik zwischen Lieferanten, Herstellern und Handel zu verstehen mit dem Ziel, durch effiziente Gestaltung des Waren- und Informationsflusses die Kosten von Lieferung, Umschlag, Lagerung etc. zu reduzieren, sowie die Geschwindigkeit und Flexibilität zu steigern.

September 19th, 2010 | Tags:

wert- und nutzenorientiertes Denken

Das Gut erhält seinen Gebrauchswert für den Kunden wenn es zu einem bestimmten Zeitpunkt am entsprechenden Ort verfügbar ist.

Systemdenken

Man darf nicht nur die einzelnen Elemente der Logistikkette betrachten, sondern muss auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen berücksichtigen.

Gesamt-, Totalkostendenken

Kosteneinsparungen in einem Element der Logistikkette können zu Kostensteigerungen in einem anderen Element führen, deshalb müssen immer in erster Linie die Gesamtkosten betrachtet betrachtet werden.

Servicedenken

Man muss dem Kunden den bestmöglichen Service bieten und seine Erwartungen und Ansprüche erfüllen. Kernpunkte bei Lieferservice sind Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Lieferbeschaffenheit und Lieferflexibilität.

Effizienzdenken

Ziel ist es den bestmöglichen Kompromiss zwischen Kostenminimierung und Servicemaximierung zu finden.